Mittwoch, 19. Juni 2013







22. November 2010

Gebet und strukturierte Gespräche 


Guter Gott, atme Ruhe in meinen Geist, Frieden in mein Herz und stille in meine Seele. In der Stille lass mich deine Stimme hören, im Frieden lass mich dein Antlitz sehen, in der Ruhe lass mich deine Liebe erfahren.  Mit diesen Worten begann am Montagmorgen Sr. Marion Connaughty von Kettering die Gebetszeit. Das Gebet drückt sehr schön die Haltung aus, die die Kapitularinnen sich zu eigen zu machen suchten, als sie den vor ihnen liegenden Tag der Unterscheidung bezüglich der Wahl der Generaloberin begannen.


Nach dem Gebet, das in einem Ritual unser Leben als Brot, das gesegnet, gebrochen und geteilt wird, veranschaulichte, gab Sr. Christine den Kapitularinnen letzte Hinweise für den Tag. Anschließend waren die Kapitelmitglieder frei zu beten oder darüber nachzudenken, wen sie für die Wahl zur Generaloberin nominieren würden. Jede Kapitularin hatte auch die Möglichkeit, eine oder mehrere Verabredungen für ein “strukturiertes Gespräch” mit einer anderen Kapitularin zu treffen (eins zu eins) um etwas über die Qualifikation einer Schwester für diese Position zu erfahren. Diese Gespräche wurden im 10-Minutentakt im Kapitelsaal durchgeführt.


Sr. Christine war sehr klar bezüglich dessen, was ein strukturiertes Gespräch ist und was nicht. Ein solches Gespräch bedeutet “Informationen sammeln im Herrn.” Es ist vertraulich und kurz. Es konzentriert sich auf die Qualitäten einer Person, ihre Begabungen und Fähigkeiten für die in Frage kommende Rolle. Die Person, die dieses Gespräch wünscht, kommt mit einer oder mehreren vorbereiteten Fragen und die antwortgebende beantwortet einfach die gestellten Fragen, so aufrichtig sie kann, ohne weitere Informationen oder Meinungen mitzuteilen. Es ist kein Versuch, die andere Person zu überzeugen oder auf sie Druck auszuüben. Es ist kein gefühlsbetonter Austausch, sondern so objektiv wie möglich. 


Um 12.00 Uhr mittags waren alle Kapitularinnen zum Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der Kapelle. Die Kapitelkerze brannte und eine Wahlurne war auf einem Tisch im Mittelgang vor dem Altarraum aufgestellt. Bei meditativer Musik im Hintergrund schrieb jede Kapitularin drei Namen von Schwestern auf, die sie für die Stelle der Generaloberin vorschlagen wollte. Gegen 12.15 Uhr legten die Schwestern nacheinander ihre Zettel in die Urne. 


Um 12.30 trug Sr. Mary Sujita die Urne mit den Wahlzetteln aus der Kirche. Während die Namen gezählt wurden, gingen die Kapitularinnen zum Essen. Um 13.30 Uhr trafen sie sich im Kapitelsaal, um die genannten Namen zu hören, es folgte eine Zeit der Reflexion und des Gebets, die jede für sich verbrachte. Später versammelte man sich wieder im Kapitelsaal, wo den vorgeschlagenen Schwestern Gelegenheit gegeben wurde zu sprechen, wenn sie es wollten. Anschließend gab es Zeit für weitere strukturierte Gespräche, falls gewünscht, und für Gebet und Reflexion. Das Schweigen wird für den Rest des Tages und den Abend beibehalten, es wird erst nach der Wahl am Dienstagmorgen enden. 


Wie beten weiter um die Ausgießung des Heiligen Geistes auf unserer Kapitularinnen und unsere Kongregation.


Sr. Susan Wolf

Chardon Province, USA

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